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Welche Menschen sind betroffen?
Den richtigen Partner zu finden kann schon recht schwierig sein. Der Erfolg ist sehr
abhängig von den Suchkriterien, den Persönlichkeitseigenschaften und den Wünschen an eine
Partnerschaft.
Im Folgenden zeige ich Ihnen einige typische Vorraussetzungen, die die Partnersuche erschweren
können und mit denen man regelmäßig als Hausarzt in einer Arztpraxis oder als
Psychologe in einer Psychotherapeutenpraxis konfrontiert wird.
Singles aus langjährigen Beziehungen: Eine lange bestehende Partnerschaft mit oder
ohne Nachwuchs wurde aufgelöst. Zwei oder mehrere Menschen haben sich über Jahre
aneinander angepasst und sich sehr individuell entwickelt, jeder hat seine Eigenheiten
verstärkt und besondere Ansprüche an sich und den anderen aufgebaut. Für eine neue
Partnersuche bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung: Man ist sehr viel mehr ein
fertiger Mensch, als unmittelbar nach der Pubertät. In aller Regel sucht man
auch nach Menschen in der eigenen Altersklasse, die dann ebenso ihre besonderen Eigenschaften,
Eigenheiten oder gar „Macken“ haben. Neutral ausgedrückt: Man ist bereits sehr
geformt und vor allem weniger formbar als früher. Bei den meisten jedoch ist das
Idealbild einer Partnerschaft noch das gleiche, wie damals nach der Pubertät. Dies
ist eine der Hauptursachen für Misserfolg bei der Partnersuche. Übliche Werbeplätze
derartiger Singles findet man in Kneipen, Cafes, Veranstaltungen, in Singlehotels, auf
Tanzabenden, bei Parties usw. Hier treffen sich viele „Schlösser und Schlüssel“ und
keiner passt so richtig. Man beginnt die neue Erfahrung zu machen, dass es nicht mehr
den richtigen Partner für das eigene Leben gibt. Die besten sind bereits vergeben und
in festen Beziehungen, also nicht mehr im Markt und die, die man jetzt noch für
Beziehungen kennen lernen kann sind „gebraucht und mit Macken“, sonst wären sie nicht
hier, gescheitert und auf Suche. Diese Erkenntnis führt zu immer wiederkehrender
Enttäuschung.
Junge Menschen, die den Anschluss verpasst haben: Hier findet man vor allem die
Schüchternen, die sich während oder nach der Pubertät nicht getraut haben zuzugreifen
und intime Freundschaften mit dem anderen Geschlecht einzugehen. Auch hier wächst die
Erfahrung, dass es schwierig ist, wenn nicht gar unmöglich, noch einen Partner fürs Leben
zu bekommen. Während andere in diesem intimen Bereich Erfahrungen machen, ein sicheres
Verhalten bekommen und dazulernen, beginnt das andere Geschlecht für diese Schüchternen immer
fremdartiger und gefährlicher zu werden. Schließlich entwickeln sich auch Hemmungen,
wegen der fehlenden Erfahrung und man grenzt sich immer weiter aus. Es gibt relativ
viele, so genannte „Jungfrauen“ unter den Männern und Frauen, die auch in der dritten
Lebensdekade noch keine Intimkontakte hatten. Treffen diese dann doch noch den potentiellen
Partner und hätten die Chance auf eine intime Beziehung, dann wird auf Annäherung wegen
mangelnder Erfahrung verzichtet. Man möchte sich ja nicht blamieren. Der Teufelskreis
ist geschlossen.
Das Flirten verlernt oder nie gelernt:
.Beziehungen beginnen fast immer mit Flirt. Das ist die
Balz, eine angeborene Fähigkeit, die man allerdings trainieren muss. Der Hauptgrund,
die hohe Schule des Flirts nicht zu betreiben und zu üben ist mangelndes
Selbstbewusstsein. Häufig besteht diese Hemmung besonders bei Konfrontation mit einem
potentiellen Partner. Auch sprachliche Ungeschicklichkeit durch zu unzureichende sprachliche
Bildung und fehlendes Training führt zum Verkümmern dieser angeborenen Fähigkeit.
Um sich vor Enttäuschung zu schützen, wird der Rückzug angetreten und man verschließt
sich. Diese dann gesandten nonverbalen Signale bedeuten, dass man keinen Kontakt wünscht
und man steht schnell alleine da. Und alleine kann man ja nicht flirten oder gar die Balz üben.
Menschen mit Handicaps können
auch bei Menschen mit Handicaps suchen, wenn sie glauben,
dass im allgemeinen Partnermarkt kein Platz für sie ist. Das muss so nicht sein, wird aber häufig
so gedacht. Es ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins, ob man hier aufgibt oder nicht.
Schwerer ist die Suche nach einem Partner allemal, wenn man nicht in der richtigen Ecke sucht.
Menschen mit Behinderungen haben viel mehr Verständnis für Menschen mit Behinderungen und haben
die gleiche Sehnsucht nach Nähe und Intimität wie die meisten Menschen. Hier muss man Mut
sähen und wird Zufriedenheit und Selbstbewusstsein, letztlich auch eine
erträumte Partnerschaft ernten.
Menschen mit starren Vorstellungen: Mein
Partner muss kompromisslos folgende Eigenschaften
haben, diese Einstellung reduziert die Menge der Möglichkeiten so stark, dass Partnerfindung
nahezu unmöglich wird. Partner sollten sich im Laufe der Beziehung annähern und anpassen, sich
gegenseitig abschleifen und Neues gemeinsam entwickeln.
Die sich entwickelnde Einzigartigkeit, die Unverwechselbarkeit ist ja auch der Kitt für Beziehungen.
Starre Einstellungen bezüglich der Eigenschaften des Anderen verhindern echte Nähe und
innige Partnerschaften und bremsen gemeinsame Entwicklungen zu einem Paar.
Witwen und Witwer sind eine besondere Gruppe, der
eine Teil der Gruppe will nie wieder
eine Beziehung, da die Verbundenheit zum ehemaligen Partner und sein Andenken gestört würde, der andere Teil
will wieder ebendiese Verbundenheit neu erleben. Wird allerdings nun vom Witwer eine Witfrau oder
umgekehrt gesucht, dann wird auch in aller Regel wieder ein Partner gefunden. Menschen,
deren Partnerschaft von äusseren Ursachen (Tod des Partners) zerrissen wurde, sind
meist beziehungsfähig und bindungsfähig. Sie stehen der Gesellschaft wieder für neue,
meist stabile Partnerschaften zur Verfügung. Der "Marktplatz" zur Partnersuche ist meist
noch nicht das Internet, sondern man sucht bei alten Freunden, gemeinsamen Hobbies,
bei Urlaubsreisen, bei Rentnertreffs usw..
Abenteurer und Gigolos haben zwar Partner, meist sogar viele, sind aber nicht
beziehungsfähig und deshalb unter anderem ständig auf der frustrierenden Suche nach dem "passenden Deckel".
Die Persönlichkeitseigenschaften sind bindungshemmend wie, wenig Empathie, egomanes Denken,
Suche nach Bestätigung und Bewunderung. Diese Haltung ist kaum korrigierbar und eine
Veränderung wird meist auch nicht gewünscht. Die Welt dieser Menschen kennt
keine innigen Beziehungen und will sie auch nicht.
Schwer beschäftigte Berufstätige ohne jede Freizeit, so genannte "Workaholics" haben
keine Zeit für ablenkende Partnerschaften. Manchmal wurden sie gerade deswegen "Workaholics", weil
sie keine Partner fanden. Arbeit kann eine Droge sein, die schwer abhängig macht
und den Betroffenen Lust und Zeit sogar für den Wunsch, einen Partner zu haben, wegnimmt.
Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein, manchmal haben "Workaholics" intensivste Beziehungen mit
Gleichgesinnten oder wünschen sich derartige Beziehungen zum Stressabbau. Intensive
Partnerschaften erhöhen die Stresstoleranz im Allgemeinen.
Familiäre Flüche, Gebote oder Verbote lassen viele Menschen Singles bleiben.
Diese unbewussten Kräfte dürfen nicht unterschätzt werden. Genetik, Erziehung durch die Ursprungsfamilie,
sowie gesellschaftliche Prägung sind wesentlich an der Fähigkeit zu Partnersuche und Bindung beteiligt.
Die möglichen Störungen sind so vielfältig, dass ich hier nur auf die Tatsache einer Störungsmöglichkeit
verweise und die eigentliche Ursachenabklärung und Therapie einer Einzel oder Paarbehandlung überlasse.
Es sind tiefenpsychologisch erschliesbare pathologische Muster, die es zu erkennen und dann aufzulösen gilt.
Wobei aus moderner systemischer psychotherapeutischer Betrachtungsweise es nicht unbedingt notwendig ist, dass
Therapeut oder Patient Ursache der Partnerlosigkeit versteht, manchmal genügt die Änderung der
Sichtweisen des Problems, oder die Irritierung der schädlichen Muster und das Denken beginnt sich
selbstorganisatorisch zu verändern. In dieser Weise sind zur Zeit sehr faszinierende Entwicklungen zu beobachten.
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Das waren einige, sicher nicht vollständige, Beispiele von Personengruppen,
meist ohne Partner, und der Versuch der Erklärung ihrer Schwierigkeiten bei der Partnersuche. Aus dem
Verständnis der Schwierigkeiten ergeben sich häufig auch Lösungen. Lösungsansätze finden Sie bei
den Unterkategorien von Psychologie.
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